die grundlage des schöpfungsweges

der sonnengesang als quelle von schöpfungsverantwortung

Der heilige Franziskus von Assisi (1182-1226) lebte in großer Radikalität nach dem Evangelium. Er verstand es als eine wirkliche Frohbotschaft, die die Menschen zum Frieden mit Gott, mit den Mitmenschen und mit der gesamten Schöpfung führen sollte. Die Ehrfurcht vor der wunderbaren Schöpfung war ihm ein Herzensanliegen. Er betrachtete die Geschöpfe als die Geschwister der Menschen. Wenn wir unsere Geschwister töten, dann töten wir uns selbst. Diese Erkenntnis, die Franz von Assisi bereits vor 800 Jahren lebte und verkündete, hat in unserem Zeitalter der Umweltbedrohung eine besondere Bedeutung erlangt. Franziskus ist zum "ökologischen Wegweiser"geworden. Seine Liebe zu den Geschöpfen fand in einer besonderen Weise ihren Niederschlag im sogenannten SONNENGESANG. In diesem Hymnus drückte Franziskus seine Ehrfurcht vor den Geschöpfen aus. Dieses Lied kann für uns heute zum Lebensprogramm werden, mit dem wir wieder zu einem ehrfürchtigen Umgang mit der Schöpfung finden, damit wir auch unseren Nachkommen eine lebenswerte Umwelt hinterlassen können

(Bruder Franz Edlinger, OCist)


Schöpfungs-Lebensweg

Wir sind auf unserem Lebensweg nicht allein. Da Gott unser Vater ist, sind wir als Brüder und Schwestern und mit der gesamten Schöpfung verbunden.

Gott neigt sich über seine Kreatur, ganz nahe und haucht ihr sein eigenes Leben, sein Wesen ein.

(Henri Boulad)

Alles, was Gott erschafft, nimmt er aus seinem eigenen Wesen - aus unendlicher Weisheit, Schönheit, Freude, Vielfalt, aus unendlicher Fantasie, Farbenpracht, aus unendlicher Liebe. Alles, was von Gott kommt, kann nur gut sein. Gott ist das "Höchste Gut", wie es der hl. Franziskus bezeichnete. Leben wir in dieser ursprünglichen göttlichen Ordnung, geht es uns gut.


Alle Geschöpfe der Erde fühlen wie wir.

Alle Geschöpfe der Erde lieben, leiden und sterben wie wir,

also sind sie uns gleichgestellte Werke des allmächtigen Schöpfers - unsere Brüder und Schwestern

(Franz von Assisi)



Der Schöpfungs - Lebensweg, der meist kurz Schöpfungsweg genannt wird, ist ein Ort der Stille, der Besinnung und des Eintauchens in die Natur. Der Hang erblüht im Laufe der Jahreszeiten im wahrsten Sinn des Wortes. Neben den Skulpturen und Bildern, die beinahe fertig sind und gemeinsam mit den Texten auf den Tafeln Impulse geben sollen, wird bewusst den Gesetzmäßigkeiten der Natur Raum gegeben.

Äste werden oft liegen gelassen, um Tieren einen Lebensraum zu ermöglichen. Der Boden wird mit einer Mulchschicht bedeckt und im Herbst bleibt bewusst das Laub liegen. Abgestorbene und dürre Pflanzen werden nicht weggetragen sondern zerkleinert aufgebreitet. Pflanzengemeinschaften dürfen entstehen und sich dort ansiedeln, wo für sie der geeignetste Platz ist.

Freudiges und Leidvolles wurde dort bereits erlebt. Die Natur lehrt uns Gesetze des Lebens und mit ihr tauchen wir ein in die Fülle des Lebens.


Das Wesen des Schöpfungsweges beinhaltet, dass Kinder und Jugendliche von Anfang an einbezogen wurden. Ihre Spuren sind überall sichtbar und erfahrbar: Sei es

   durch Blumen und Sträucher, die von Gärten übersiedelt wurden

   durch die Kräuteranlage, die Kinder und Jugendliche bauten

   durch das Innere des Tunnels, das die Jugend mit blauer Farbe bemalt hat

   durch Tierwohnungen, die errichtet wurden (Haufen aus Ästen, Steinen, Nistkästen...)

  


   durch viele Blüten im Frühling, die von VS-Kindern gepflanzt wurden

   durch den oberen Hang, der in bunter Farbenpracht erblüht, nachdem er von Jugendlichen gerodet 

   wurde und Kinder  Samen ausgestreut hatten


   durch  Bockerl, die noch auf dem Boden liegen: Schulkinder hatten Vogelfutter (gefüllte Bockerl)        hergestellt und einen Vogelchristbaum mit Kripperl errichtet


   durch einen Platz, der nach dem Festkreis des Kirchenjahres von Kindern gestaltet wird

   durch die Statue der hl. Barbara, die Jugerndliche unter einem Strauch aufstellten


   durch das Bodenmosaik zum Thema Vergebung, das von Schülern gestaltet wurde


 

 

 

 

 

Das Mosaik wird zusammengefügt

Aber auch Erwachsene begehen immer häufiger den Schöpfungsweg und tauchen ein in die Ruhe und den Frieden der Schöpfung

Teilnehmer von Gebetskreisen verschiedener Pfarren und Gemeinden waren schon dort. In der Stille und Ruhe des Platzes fand so mancher Antworten auf wichtige Lebensfragen.


Am 2. Samstag im Oktober findet eine Franziskusfeier mit Lobpreismesse statt.

 

 

 

Um den 20. Dezember ist alljährlich die Adventbesinnung entlang des Schöpfungsweges zur Felsenkirche

Der genaue Ablauf des Schöpfungsweges wurde nie ins Detail geplant. Wir können nur staunen, wie sich während des Aufbaus ein Schritt nach dem anderen fügte. Bei genauerer Betrachtung sind zwei Kreise entstanden. Allem voran steht die Sonne. Durchschreitet man den Tunnel, eröffnet sich der erste Kreis mit den Stationen zu den ersten Strophen des Sonnengesanges.


                              Bruder Sonne                                                        Schwester Mond


                           Bruder Wind                                                              Schwester Wasser


                           Bruder Feuer                                                                  Mutter Erde

Links von der Despordesstiege wurde ein Schriftenstand mit Werkzeugschrank errichtet, rechts davon stehen drei Eiben und am Hang dahinter entfaltet sich die Natur durch reichhaltiges Blühen. Hinter dem Schriftenstand ist der Platz, der von den Kindern gestaltet wird. Eine Bank lädt zum Verweilen ein. Von dort aus kann man den Text über das Wesen des Schöpfungsweges lesen.

Es eröffnet sich nun der zweite Kreis mit den Stationen, die spiralig angeordnet sind und unser Leben widerspiegelt.






In der Höhle, die ein Wacholderstrauch bildet, wird eine Krippe angedeutet. Es soll die Menschwerdung Jesu als Beginn der Erlösung und unsere eigene Menschwerdung symbolisieren.





Wir sind in unserer Individualität Teil einer großen Gemeinschaft. In der Gesamtheit entsteht ein wunderbares Bild  zu dem jeder beiträgt. Gott verwandelt alles in unserem Leben, unsere Stärken aber auch Fehler und Schwächen. In diser Vergebung, im Miteinander erfahren wir Leben in Fülle und gestalten mit an der Welt.

 

Der Schmetterling schlüpft aus dem Kokon. Die Fähigkeit, ein wunderschöner Schmetterling zu werden, liegt bereits in der Raupe. Im Sommer flattern viele Schmetterlinge rund um das Mosaik, weil dort "Schmetterlingssträucher" gepflanzt wurden und Brennnesseln "zugelassen" werden.




Seitlich und hinter dem Schmetterlingsmosaik wurde Getreide angebaut.  - Das Samenkorn trägt in sich bereits die Kraft, eine Pflanze hervorzubringen, die die Erde durchdringt, dem Licht entgegen wächst und reiche Frucht bringt. Auch wenn die Hülle des Samenkorns stirbt,  - die Fähigkeit zu leben und Frucht zu bringen kann nicht sterben.

In unserem Erdenleben, das oft durch Krankheit, Leid und Katastrophen entstellt ist, liegt der Keim der Auferstehung, der durch nichts zerstört werden kann. So wie das kleine Pflänzchen sich durch Stein und Beton hindurchzwängt zum Licht, so kann auch das unzerstörbare Leben in uns durch nichts aufgehalten werden, der Auferstehung entgegen zu gehen.

(Textteile von Bruder Franz Edlinger)



Zu diesen Symbolen von Verwandlung gehört letztlich die Tür mit Spiegel und dem Text der letzten Strophe des Sonnengesangs. Am Ende unseres Lebens sehen wir uns selbst wie in einem Spiegel. Das Durchschreiten der Tür deutet unseren irdischen Tod an. Unterhalb der Tür ist ein kleines Labyrinth angedeutet, das die verschiedenen Lebenswege symbolisiert.

Das Mosaik unterhalb der Tür zeigt bunte Farben vor dem Durchgang, die dann in hellere Farben und Weiß übergehen.



 

 

 


Wenn wir nach dem Durchgang zurückblicken, sehen wir uns im "Spiegel" nur mehr verschwommen. Es gibt nur mehr die Sicht nach vorne - zum Tau.

Auch die Pflanzen blühen in helleren Farben und in Weiß.




Das Tau als Zeichen der Fülle des Lebens in Gott.

weist auf unsere Vollendung hin.







Lobet und preiset den Herrn in Dankbarkeit

und dienet ihm

in großer Demut.