Eintauchen in das Land Albanien 

Freundschaften und Beziehungen entstehen

An dieser Stelle der Homepage werden die Anfänge der Entwicklungshilfe und Zusammenarbeit mit Albanien von 2000 - 2004 dargelegt

Weiters sollen hier Erlebnisse und Erfahrungen genauer beschrieben werden.

Für die Albanienprojekte gibt es eine eigene Homepage: www.albanienhilfe.schulweb.at

Darin wird die Entwicklung genauestens detailiert mit vielen Fotos ab 2004, dem Beginn des INMI-CENTERS in Romanat dokomentiert.

Wie alles begann

Im Jahre 1998 kam der damalige Gebets-Arbeitskreis (aus dem sich dann der Kinder-Jugend Kreis entwickelte) auf einem Flohmarkt mit der Albaniengruppe der Pfarre Scheiblingkirchen in Kontakt. Wir unterstützten ihre Projekte in Albanien und im Jahre 2000 fuhren wir nach Albanien mit.

Auf Grund der beeindruckenden Erfahrungen in diesem Land, das damals als Armenhaus Europas bezeichnet wurde, entwickelten wir viele Ideen, wie wir Menschen in diesem Land mit Hilfe der einheimischen Bevölkerung unterstützen könnten.

Albanien war für uns ein eher unbekanntes Land. Bei unserer ersten Albanienreise wurde unsere Gruppe vor Ort von MitarbeiterInnen der CAFOD  (Englische Caritas), die als Multiplikatoren für Projekte in diesem Land ausgebildet wurden, begleitet. Darunter befand sich unsere jetzige Projektpartnerin Mimoza Celcima.

Es begann in "Katharinas Haus"

Das damalige "Schlüsselerlebnis" fand in einer extrem armseligen Blechbaracke statt: Auf nacktem Erdboden stand eine Wiege, in der ein etwa zweieinhalbjähriges Mädchen fetsgebunden war. Das Gesicht war über und über mit Wunden bedeckt, und die Fliegen holten sich dort ihre Nahrung. Das Kind war auf Grund der Verschnürung bewegungsunfähig und konnte sich der Fliegen nicht erwehren.

Zwei äußerst schmutzige Kleinkinder waren ebenfalls in diesem Raum und passten auf ihre Schwester in der Wiege auf.  Auf Nachfrage tauchte eine junge beeinträchtigte Frau auf, die Tante dieser Kinder. Sie führte uns zur Großmutter der Kinder. Deren Eltern befanden sich zu dieser Zeit im Krankenhaus, weil sie lebensbedrohlich erkrankt waren.

Als wir die Großmuttert sahen, fiel unser Blick sofort auf ein Kreuz in ihrer Hütte, das an der Wand hing und mit sieben Fotos umkränzt war. Die Bilder zeigten Verwandte, engste  Familienmitglieder, die auf Grund ihrer Glaubenshaltung und ihres Demokratiebewusstseins während der kommunistische Zeit erschossen wurden. Unter Tränen erzählte die alte Faru, dass sie in der Nacht vor dem Kreuz gekniet war, um in dieser aussichtslosen Lebenssituation zu beten. Wir sagten sofort Hilfe für diese Familie zu. Daraufhin gab uns Mimoza zu verstehen: "Jetzt ist Gott da - ich habe schon lange für diese Familie gebetet." Im Stillen dachten wir: "Gott schickt uns den weiten Weg mit vielen Mühen von Österreich hierher nach Albanien, um die Gebete dieser Faru zu erhören."

Seitdem gehören die Hilfsprojekte in Albanien zu unseren vordergründigen Aufgaben.

 


So sieht Katharinas Lebensbereich heute aus: Mit unserer Hilfe wurden einfache Häuser gebaut. Die verwahrlosten Kinder von damals sind erwachsen und haben selbst Familien. Mit Freude und Dankbarkeit konnten wir die Früchte positiver Entwicklungshilfe erkennen.


Schwerpunkte ab 2000

Versorgung der Ärmsten mit Hilfsgütern durch Transporte aus Österreich.


Entwicklungshilfe für besonders bedürftige Familien durch Patenschaften aus Österreich:

Mit € 25-30 monatlich werden in Albanien Lebensmittel besorgt und den Familien regelmäßig überbracht. Durch diese Besuche können Nöte und Sorgen wahrgenommen und darauf geantwortet werden-


Menschen, die in Baracken - meistens aus Müll - hausen, erhalten Baumaterial für ein einfaches Haus, das sie selbst errichten. Manchmal wird geholfen, begonnene Häuser fertigzustellen. Es sind Situationen, wo durch Schicksalsschläge Familien in große Not geraten: Tod des Familienvaters, schwere Krankheit... Eine Witwe mit ihren Kindern beispielswseise lebte im Raum eines Rohbaus ohne Dach, Fenster und Türen.



In dieser Baracke, die nun als Stall dient, lebte eine fünfköpfige Familie. Durch das Hausbauprojekt konnten sie dieses einfache Haus (rechts im Bild) errichten.

Die drei Kinder waren oft krank, besonders das jüngere Mädchen Alkela, das unter epileptischen Anfällen leidet. Die anderen zwei Kinder, obwohl sie gute Schüler waren, begannen an dem Platz zu arbeiten, wo der Unrat der Stadt gelagert wird. Sie sammelten Müll. Der Familienvater versuchte Gelegenheitsarbeit zu finden, doch wegen seiner Familienprobleme begann er zu trinken.

Der Kampf, den die Familie Xhura jeden Tag gegen die Härten des Lebens führen muss

Eine arme Familie lebte im Norden Albaniens. Sie hatte dort keinerlei Einkommen. Deswegen war diese Familie, nämlich die Familie Xhura, gezwungen, alles für ein besseres Leben zurückzulassen und in die Nähe der Stadt Durres zu kommen. Kujtim und seine Frau Manushaqe kamen in diese Stadt mit dem Traum, dass ihre Kinder eines Tages nicht mehr so viel leiden müssen - für ein Stück Brot. Aber was sie fanden, war Verachtung und Armut. Sie bauten eine Baracke in Porto Romano, am Stadtrand von Durres. Während dieser Zeit war die Familie Xhura äußerst arm und niemand half ihnen.


Eines Tages verbrannte sich Manushaqe durch die Explosion einer Gasflasche, als sie auf der Mülldeponie arbeitete. Sie war zwei Monate lang in einem Krankenhaus. Während dieser Zeit erkrankte Alkela schwer. Ich glaube, es war die Kraft Gottes, die dieser Familie noch Lebenshoffnung gab. Einmal, als wir Lebensmittel verteilten, sahen wir die zwei Kinder in der Mitte der Straße, ohne Schuhe im Winter, nur  mit einem kleinen Stückchen Brot. Glücklicherrweise konnte vom INMI-CENTER aus, das zu dieser Zeit als albanisch-österreichische Organisation gegründet wurde, der Familie Xhura geholfen werden. Sie bekamen Baumaterial, um ein einfaches Haus errichten zu können. Durch monatliche Lebensmittelspenden und Nutztiere entwickelte sich die Familie zusehends. Durch Spenden aus Österreich war dies alles möglich.

Als die Xhurafamilie wahrnahm, dass ihnen geholfen wurde, erkannten sie, dass Gott jeden Tag bei ihnen gegenwärtig ist. Sie waren sehr glücklich, dass da irgendwo auf der Welt jemand ist, der an sie denkt, an ihr Wohlergehen und ihre Zukunft... Ihr Lebenszustand begann sich Schritt für Schritt zu verbessern. Sie merkten, dass sie nicht alleine waren in dem Kampf zwischen ihrem Leben und der Armut.

 

Kujtim Xhura fand ins normale Leben zurück und begann sich wieder um seine Familie zu sorgen. Alkelas Gesundheitszustand wurde besser. Der Familienvater fand in der Folge Arbeit auf der Projektfarm in Romanat. Die älteste Tochter besucht sogar in Durres ein Gymnasium (Foto: März 2014)

Dejvi Celcima

So halfen und helfen wir vielen Familien auf unterschiedliche Weise je nach Lebenssituation.


An einem trüben Tag im Oktober wurde uns und unserer albanischen Partnerfamilie Celcima sehr deutlich die ausweglose Lebenssituation vieler Menschen in Albanien bewusst. Sie lehnten tatenlos in den Straßen von Durres herum, auch viele junge Menschen und ihre Gesichter spiegelten die Hoffnungslosigkeit wider. So überlegten wir, welche Zukunftsperspektiven wir ermöglichen könnten. So begannen wir mit Hilfe der Finanzierung einer Ziegelpresse und Mischmaschine Ziegel für die Hausbauprojekte selbst herzustellen, um Arbeitsplätze zu schaffen. Bald erkannten wir, dass ein Ort notwendig wäre, um Entwicklungsprojekte zu initiieren. 

Am Beginn des Jahres 2004 wurde im Dorf Romanat ein Grundstück erworben und das INMI-CENTER wurde eine Stiftung, die nun ausschließlich in albanischen Händen ist und von Österreich unterstützt wird. Der Aufbau und die weitere Entwicklung können in der Albanienhomepage:

www.albanienhilfe.schulweb.at

weiterverfolgt werden.

Was noch zu erwähnen wäre, sind die zahlreichen Schulpartnerschaftsbesuche, die unsere Beziehungen zwischen Österreich und Albanien verstärkten. Wir sehen unsere Bemühungen nicht bloß als Hilfe für dieses Land, sondern wir lernen voneinander.